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Kamin und Ofen winterfertig machen: Die Checkliste für die Heizsaison


Der erste kalte Abend im Herbst kommt immer schneller als erwartet. Wer dann den Kamin anmacht und merkt, dass die Scheibe verrußt ist, das Holz noch nass und der Schornsteinfeger seit zwei Jahren nicht mehr da war, steht vor keiner schönen Situation. Die gute Nachricht: Wer jetzt ein paar Stunden investiert, heizt den ganzen Winter entspannt und sicher.

Diese Checkliste zeigt, was vor der Heizsaison erledigt sein sollte, und warum jeder Punkt zählt.


1. Ofen reinigen: Einmal im Jahr gründlich, nicht nur schnell drüberwischen

Ein Kaminofen, der den Sommer über gestanden hat, braucht vor dem ersten Anfeuern eine gründliche Reinigung. Asche und Rückstände aus der letzten Saison können nicht nur die Verbrennungsqualität verschlechtern, sondern im schlimmsten Fall den Luftzug einschränken.

Was beim Reinigen des Ofens zu tun ist:

  • Ascheschublade vollständig leeren und reinigen
  • Feuerraum von Ascherückständen befreien
  • Sichtscheibe reinigen (spezieller Kaminglas-Reiniger, kein Haushaltsmittel)
  • Dichtungen an Tür und Scheibe auf Verschleiß prüfen: Eine undichte Dichtung kostet Wärme und erhöht den Holzverbrauch
  • Luftschieber auf Leichtgängigkeit prüfen
  • Außenflächen des Ofens von Staub und Fett befreien

Tipp für Scheibenreinigung: Feuchter Zeitungsrest in etwas Asche tauchen und damit die Scheibe abreiben. Das ist ein alter Trick, der tatsächlich funktioniert und keinen Reiniger braucht.

Wer sichergehen will, dass alles in Ordnung ist, kann auch einen Ofenbauer oder Fachbetrieb beauftragen, eine Sichtprüfung zu machen. Dichtungen und Verschleißteile kosten wenig, und ein dichter Ofen brennt effizienter.


2. Schornstein prüfen lassen: Das ist keine Option, das ist Pflicht

Bevor der Kaminofen in die neue Saison startet, muss der Schornstein in einem einwandfreien Zustand sein. In Deutschland ist die regelmäßige Schornsteinfeger-Kontrolle gesetzlich vorgeschrieben. Abhängig vom Bundesland und der Feuerungsanlage ist die Kehrpflicht ein- bis zweimal jährlich fällig.

Warum das so wichtig ist:

  • Ablagerungen im Schornstein (Glanzruß) können sich entzünden und zu Schornsteinbränden führen
  • Ein verstopfter oder beschädigter Schornstein zieht schlecht, was die Verbrennungsqualität senkt und Kohlenstoffmonoxid-Austritt riskiert
  • Schäden am Mauerwerk oder den Fugen werden frühzeitig erkannt und können vor der Heizsaison repariert werden

Was beim Schornsteinfegertermin geprüft wird:

  • Kehren des Schornsteins (Entfernung von Ablagerungen)
  • Überprüfung der Abgasanlage auf Dichtigkeit
  • Sichtprüfung des Kaminzugs und der Verbindungsstücke
  • Abgasmessung bei bestimmten Feuerungsanlagen

Der Termin beim bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger sollte rechtzeitig vereinbart werden, am besten im Spätsommer. Im Oktober und November sind die Wartezeiten lang.


3. Holzlager anlegen: Trocken, durchlüftet, griffbereit

Das beste Heizholz nützt nichts, wenn es feucht ist. Frisch geschlagenes Holz hat einen Wassergehalt von 50 bis 60 Prozent. Für eine saubere, effiziente Verbrennung im Kaminofen muss der Wert unter 20 Prozent liegen. Das erreicht man mit ausreichend langer Trocknung und der richtigen Lagerung.

Was beim Aufbau eines guten Holzlagers zu beachten ist:

  • Holz mindestens ein bis zwei Jahre trocknen lassen (Hartholz braucht länger als Weichholz)
  • Überdachter, aber gut durchlüfteter Lagerplatz: Holz braucht Luft, keinen Regen
  • Holzstapel nicht direkt auf dem Boden lagern, sondern auf Paletten oder Balken, damit keine Feuchtigkeit aufsteigt
  • Stapel nicht an Außenwänden des Hauses anlehnen, Abstand von mindestens 30 cm halten
  • Rinde nach oben stapeln, damit Regenwasser ablaufen kann

Wer Brennholz kauft und sich bei der Feuchtigkeit nicht sicher ist: Ein günstiges Holzfeuchtemessgerät schafft Klarheit. Holz mit mehr als 25 Prozent Restfeuchte sollte nicht verbrannt werden. Es brennt schlecht, verpufft Energie und erzeugt mehr Ruß und Feinstaub.

Für die laufende Heizsaison empfiehlt sich ein kleines Innenlager: Holz, das zwei bis drei Tage vor dem Verbrennen ins Warme kommt, hat eine noch niedrigere Restfeuchte und entzündet sich leichter.


4. Weitere Punkte auf der Herbst-Checkliste

Neben den drei Hauptthemen gibt es ein paar weitere Dinge, die sich vor der Heizsaison lohnen zu prüfen:

  • Feuerlöscher und Rauchmelder: Sind die Batterien in den Rauchmeldern frisch? Ist ein geeigneter Feuerlöscher in der Nähe des Ofens?
  • Kaminbesteck und Zubehör: Schaufel, Besen und Zange auf Vollständigkeit prüfen
  • Anzünder und Anfeuerholz: Ausreichend bevorraten, bevor der Bedarf akut ist
  • Hitzeschutz rund um den Ofen: Ist der Bodenunterschutz noch in gutem Zustand?

Gut vorbereitet in die Heizsaison

Wer sich jetzt die Zeit nimmt, spart sich Ärger in der kalten Jahreszeit. Ein gereinigter Ofen, ein geprüfter Schornstein und ein trockenes Holzlager sind keine großen Projekte. Aber sie sind der Unterschied zwischen einem Abend, der einfach funktioniert, und einem, der mit Problemen beginnt.

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