Ein Kaminofen ist eine Anschaffung für zwanzig Jahre. Umso ärgerlicher, wenn er zu groß ist und den Raum überheizt, zu klein für den Winter oder nicht zum Haus passt. Diese Checkliste führt durch die sieben Fragen, die vor dem Kauf geklärt sein sollten – vom Schornstein bis zum Brennstoff.
1. Passt der Schornstein?
Vor allem anderen: der Schornsteinfeger. Er prüft, ob ein Zug frei ist, welchen Durchmesser er hat und ob ein Anschluss möglich ist. Bei Neubauten und Häusern mit Lüftungsanlage ist meist ein raumluftunabhängiger Ofen (DIBt-Zulassung) mit externer Verbrennungsluft Pflicht. Ohne diese Vorabklärung sollten Sie nichts bestellen.
2. Wie viel Leistung braucht der Raum?
Die Faustregel: In gut gedämmten Häusern reichen 0,05 bis 0,07 kW pro Quadratmeter, in Altbauten 0,1 kW. Ein 40-Quadratmeter-Wohnzimmer braucht also 3 bis 5 kW – nicht 8. Zu große Öfen laufen ständig gedrosselt, verrußen und heizen den Raum aus. Lieber klein und gern voll auflodernd als groß und immer auf Sparflamme.
3. Erfüllt der Ofen die 1. BImSchV?
Neue Öfen müssen die Grenzwerte der Stufe 2 der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung einhalten (Feinstaub 40 mg/m³, CO 1.250 mg/m³). Achten Sie auf die Herstellerbescheinigung und, wenn der Ofen besonders sauber sein soll, auf den Blauen Engel oder einen integrierten Feinstaubfilter. Welche Altgeräte betroffen sind, steht im Beitrag Kaminofen und BImSchVbeschrieben.
4. Stahl, Guss oder Speicherstein?
Ein Stahlofen wird schnell warm und schnell wieder kalt – ideal für den Feierabend. Guss speichert etwas länger. Öfen mit Speckstein- oder Schamottemasse geben nach dem Abbrand noch stundenlang Wärme ab und eignen sich, wenn der Ofen die Hauptwärmequelle des Raums ist. Je mehr Masse, desto besser passen dichte Brennstoffe wie Hartholzbriketts, die lange Glut liefern.
5. Welchen Brennstoff lässt der Ofen zu?
Das Typenschild nennt die zugelassenen Brennstoffe. Bei den meisten Kaminöfen sind das Scheitholz und Holzbriketts. Kohle ist dort nicht erlaubt, Pellets ebenfalls nicht. Prüfen Sie auch die maximale Scheitlänge des Brennraums – 33 cm Scheite passen in fast jeden Ofen, 50 cm nur in große Modelle. Welche Kombination sinnvoll ist, erklärt der Beitrag Brennholz oder Holzbrikettsbeschrieben.
6. Komfort: Scheibenspülung, Automatik, Wassertasche
Eine Scheibenspülung führt Sekundärluft an der Scheibe entlang und hält sie klar. Eine automatische Verbrennungsluftregelung nimmt Ihnen das Nachjustieren ab und spart Brennstoff. Wer die Zentralheizung entlasten will, wählt einen wasserführenden Kaminofen, der einen Teil der Wärme in den Pufferspeicher gibt – in Kombination mit Wärmepumpe oder Gasheizung eine sinnvolle Ergänzung (siehe Kaminofen und Wärmepumpe).
7. Aufstellung und Sicherheit
Brennbare Böden brauchen eine Bodenplatte aus Glas oder Stahl (vorn mindestens 50 cm, seitlich 30 cm), zu brennbaren Wänden gelten Mindestabstände des Herstellers, und ein Rauchwarnmelder gehört ohnehin in den Raum. Ein Holzlager in Ofennähe ist gemütlich, aber nur mit Abstand – und trocken, wie im Beitrag Brennholz richtig lagern beschrieben.
Die Checkliste zum Abhaken
- Schornsteinfeger hat Zug und Anschluss bestätigt
- Leistung passt zur Raumgröße (3–5 kW für ein normales Wohnzimmer)
- BImSchV Stufe 2, idealerweise Blauer Engel
- raumluftunabhängig, wenn Lüftungsanlage oder Neubau
- Speichermasse passend zur Nutzung
- zugelassene Brennstoffe und Scheitlänge geprüft
- Bodenplatte, Abstände, Rauchmelder eingeplant
- erster Brennstoffvorrat bestellt: kammergetrocknetes Brennholz und Hartholzbriketts für die Nacht
HEIZFUXX® · EINFACH. CLEVER. HEIZEN.
Holzpellets, Holzbriketts, Brennholz, Anzündholz, Torfbriketts und Steinkohle – sackweise im Baumarkt, palettenweise online. Hier gibt es HEIZFUXX®beschrieben.