Die Wärmepumpe ist die Heizung der Stunde – und an drei Wochen im Jahr ihr eigener Gegner: Wenn es draußen minus zehn Grad hat, sinkt ihre Effizienz, der Heizstab springt an und der Stromzähler dreht durch. Genau dann ist ein Kaminofen kein nostalgisches Extra, sondern die zweite Säule der Heizung. Warum die Kombination so gut funktioniert und worauf es ankommt.
Das Problem der kalten Tage
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe holt bei +7 °C Außentemperatur aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Bei −10 °C sind es oft nur noch zwei – bei gleichzeitig höchstem Wärmebedarf des Hauses. Viele Anlagen schalten dann den elektrischen Heizstab zu, der mit Faktor 1 arbeitet. Diese wenigen Tage machen einen überraschend großen Teil der Jahresstromkosten aus.
Was der Kaminofen übernimmt
Ein Kaminofen im Wohnbereich bringt 4 bis 6 kW direkt in den Raum, in dem die Familie abends sitzt. Die Wärmepumpe muss dann nur noch die restlichen Räume auf Temperatur halten und läuft in ihrem effizienten Bereich statt im Heizstab-Modus. Wer 3.000 bis 5.000 kWh im Jahr über den Ofen deckt, spart je nach Tarif 250 bis 500 Euro Strom – für etwa eine Tonne Holzbriketts oder zweieinhalb Raummeter Buche.
Wasserführend: der Ofen speist die Heizung
Noch effektiver ist ein wasserführender Kaminofen: Er gibt 60 bis 70 Prozent seiner Leistung an einen Pufferspeicher ab, den auch die Wärmepumpe nutzt. An kalten Tagen liefert der Ofen dann Heizungs- und Warmwasserwärme für das ganze Haus, die Wärmepumpe pausiert. Die Investition ist höher (Pufferspeicher, hydraulische Einbindung), dafür ist die Kombination förderfähig und macht das Haus unabhängig von Strompreisspitzen.
Der richtige Brennstoff für die Ergänzungsheizung
Wer den Ofen gezielt an kalten Tagen und abends betreibt, braucht Brennstoff, der planbar, lagerfähig und sauber ist:
- Hartholzbriketts (RUF, Nestro): lange Glut, wenig Asche, eine Palette hält den Winter. Ideal, wenn der Ofen die Nacht durchhalten soll.
- Kammergetrocknetes Buchenholz: das schöne Flammenbild für den Abend; sofort einsatzbereit, keine zwei Jahre Trocknen.
- Weichholzbriketts oder Anzündholz: zum schnellen Anheizen, bevor die Hartholzbriketts übernehmen.
Welche Kombination effizienter ist, zeigt der Beitrag Brennholz oder Holzbriketts.
Worauf beim Ofen zu achten ist
Im gut gedämmten Wärmepumpen-Haus ist ein kleiner Ofen (3–5 kW) die richtige Wahl; mehr überheizt den Raum. Bei Lüftungsanlage ist der Ofen raumluftunabhängig auszuführen. Ein Modell mit Speichermasse verlängert die Wärmeabgabe nach dem Abbrand. Die vollständige Kaufcheckliste finden Sie im Beitrag Kaminofen kaufen.
Und die Emissionen?
Ein moderner Ofen nach BImSchV Stufe 2, richtig betrieben (trockener Brennstoff, Anzünden von oben, volle Luftzufuhr beim Anheizen), verbrennt sauber. Holz aus zertifizierter Forstwirtschaft ist CO₂-neutral im Kreislauf – und ersetzt an den kritischen Tagen Strom, der im Winter überwiegend aus Gas und Kohle stammt. Mehr dazu unter Sauber heizen.
Fazit
Wärmepumpe und Kaminofen sind kein Entweder-oder. Die Wärmepumpe liefert die Grundlast effizient, der Ofen die Spitzen und die Gemütlichkeit. Mit Hartholzbriketts und trockenem Buchenholz wird aus der Kombination ein Heizsystem, das Stromkosten senkt und den Winter entspannt übersteht.
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